Mitmach-Aktion:Vom abgehakten Kreuz zu religiöser Kunst


„Wir haben schon vier Körbe mit Kreuzen gesammelt, alten Rosenkränzen und Gipsfiguren. Es scheint ein Bedürfnis der Menschen zu geben, mit diesen heiligen Gegenständen gut umzugehen“, berichtet Joachim Fey, Dekan des Pastoralen Raums Sankt Goar, der die Aktion initiiert hat. Bei der künstlerischen Umgestaltung handelt es sich nicht um Verwertung, sondern um ein Entdecken des Werts und der Botschaft der religiösen Überbleibsel.
„Es geht auch darum, das Christentum und die christliche Kultur nicht einfach abzuhaken“, so der Dekan. Auch wenn die Kreuze oft abhängt werden und für viele das Christentum bereits abgehängt ist, so sei die christliche Botschaft heute aktueller und nötiger denn je. Gerade die Karwoche zeige uns doch, dass Jesus gegen Ermächtigung, Machtergreifung und für Menschenwürde, Gerechtigkeit und Versöhnung eintrete. „Seine klare Haltung zeigt er dazu am Kreuz. Der Blick zum Kreuz hilft uns dabei, Haltung zu üben. Wir machen keinen Haken ans Kreuz!“
Auch wenn die Kreuze aus den Häusern verschwinden, die Kreuze des Lebens blieben trotzdem da. „Es hilft, auf das Kreuz zu schauen, um mit meinem eigenen Scheitern, meinen Verwundungen und meiner Angst umzugehen. Und es ermutigt uns, in die Gesellschaft hineinzuwirken und gegen Radikalisierung, Ausgrenzung und einfache Lösungen anzutreten“, so Fey.
Diese religiösen Erinnerungsstücke können bis Pfingsten im Pfarramt abgegeben sowie in der Liebfrauenkirche oder der katholischen Kirche in St. Goar in einem Korb am Eingang der Kirche abgelegt werden.
